5 Fragen und ein Motto:Empathie
Christina im Interview
Christina Klaffus, Bestatterin aus Leidenschaft, spricht im Interview mit uns darüber, wie sie Nähe und Mitgefühl lebt, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Empathie ist im Alltag vieler Menschen wichtig – doch was bedeutet sie, wenn man täglich mit Trauer und Abschied zu tun hat?
1. Christina, welche Werte sind für Dich persönlich besonders wichtig?
Ehrlichkeit und Empathie.
2. Empathie ist ja ein weiter Begriff, was verstehst Du darunter?
Für mich ist Empathie kein starres Lexikonwort, sondern eher ein lebendiger Prozess. Es bedeutet, sich wirklich auf den anderen einzulassen und zu versuchen, seine Welt ein Stück weit mitzuerleben. Das heißt nicht, dass ich sofort alle Gefühle oder Gedanken des anderen übernehme, sondern dass ich mit Offenheit, Aufmerksamkeit und Respekt wahrnehme, was gerade da ist. Empathie ist für mich also weniger ein „festgelegter Begriff“, sondern vielmehr eine Haltung: präsent zu sein, zuzuhören und dem anderen zu zeigen, dass er gesehen und verstanden wird.
3. Und wie würdest Du diesen Prozess beschreiben?
Es geht darum, die Ausstrahlung, Schwingungen, Stimmung oder Körpersprache meines Gegenübers intuitiv wahrzunehmen, zu „lesen“ und zu übersetzen. Wichtig ist mir dabei, den Menschen nicht in eine Schublade zu stecken, sondern offen zu bleiben.
4. Kannst Du kurz erklären, wie Du Empathie in Deinem Arbeitsalltag lebst?
Im Beruf gelingt es mir, indem ich mich selbst zurücknehme und meinen Angehörigen Raum gebe, so zu sein, wie sie sind. Dafür braucht es Respekt, Zugewandtheit und Mitmenschlichkeit. Gleichzeitig ist es wichtig, klar strukturiert zu arbeiten, um flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren zu können. So kann ich Anteil nehmen, ohne mitzuleiden – also offen und empathisch sein, ohne mich selbst zu verlieren.
5. Wenn Du anderen so viel Raum gibst – heißt das nicht auch, dass Du mit deren Verletzlichkeit und Schmerz in Berührung kommst?
Ja, absolut. Mir ist wichtig, damit vertraulich und verantwortungsvoll umzugehen. Ehrlichkeit spielt dabei eine große Rolle – sowohl im Gespräch als auch in der Haltung. Und eines ist für mich klar: Empathie darf nie dazu führen, dass man den anderen übervorteilt.
Und last but not least Dein persönliches Empathie-Motto:
„Empathie schafft Verbindung – im Leben wie im Beruf.“
Vielen Dank, Christina, für Deine Offenheit.


